Frühjahrskonzert des Musikvereins mit ....

...Gastinterpretin Sabrina Roth

In Bestform präsentierte sich das Orchester des Musikvereins Mackenbach am vergangenen Sonntag bei seinem traditionellen Frühjahrskonzert in der Mackenbacher Kirche. Passend zum strahlenden Frühlingswetter hatten die beiden Dirigenten Thomas Eckhardt und Thomas Scheer ein buntes und vielfältiges Programm musikalisch vorbereitet, das die zahlreichen Besucher dankbar mit viel Applaus aufnahmen. Moderiert wurden die einzelnen Musikstücke von Bernadett Leister und Jenni Rößler.

Während seiner Konservatoriumsjahre spielte Jacob de Haan in einer Ska-Band. Speziell für diese Band schrieb er „Queen‘s Park Melody“. Jahre später kam ihm beim Spazierengehen der Gedanke, diese Melodie thematisch für ein Brass-Band-Arrangement zu verwenden. Das Stück gehört in die Kategorie der leichten Musik mit barocken Einflüssen und verweist auf die üppig verzierten Statuen im Park. Die Eröffnung erfolgte mit typischen Hornsignalen, gefolgt von einer eingängigen Melodie, die durch die verschiedenen Register des Orchesters wanderte. Lockere Posaunen- und Trompetensoli spiegelten die entspannte Atmosphäre in einem Park.

Die „Jupiter Hymn“ stammt aus „Jupiter, the Bringer of Jollity“, dem vierten Satz der Suite „The Planets“, die der englische Komponist Gustav Holst zwischen 1914 und 1917 geschrieben hat. Das Werk ist eines der farbenreichsten Beispiele für Orchesterliteratur des 20. Jahrhunderts. Es handelt sich um spätromantische Programmmusik, die vom Charakter her späterer, großorchestraler Filmmusik ähnlich ist und für Blasorchester von Johan de Meij arrangiert wurde.

Jericho ist eine Stadt in den palästinensischen Autonomiegebieten am Westufer des Jordans. Die Verwendung des Stadtnamens in einem afro-amerikanischen Spiritual ist wohl den meisten bekannt. Gekonnt wurde die choralartige Einleitung zum fetzigen Gospelrock vom Orchester umgesetzt.

Die Sage über die niederländische Stadt Zwolle bewog Jacob de Haan, diesen Kampf der Einwohner mit dem regelmäßig wiederkehrenden Drachen in dem Stück „The Saint and the City“ musikalisch darzustellen. Schließlich rettete der Erzengel Michael die Stadt vor dem Monster, wodurch er ein Symbol im Stadtwappen erhielt. Zentrales musikalisches Thema ist die Hymne Laudate Dominum. Das Orchester entführte die Zuhörer mit diesem Stück in eine eigentümliche, mystische Welt.

Sonst unterwegs mit einer Mischung aus Jazz, acoustic Soul, Blues und Pop, ob mit eigener Band, im Duo oder in Big Band Begleitung, ist die regional bekannte Sängerin Sabrina Roth aus Kaiserslautern gerne auch mal in anderen Formationen zu Gast. So dieses Mal auch beim Frühjahrskonzert des MV Mackenbach.

Mit wandelbarer und ausdrucksstarker Stimme lebt die Sängerin jeden einzelnen Ton, interpretiert jeden Song mit vielfältiger Soundästhetik und offenbart ihre musikalische Leidenschaft. Wie Sie die Musikstücke des Blasorchesters interpretiert und sängerisch umsetzt, darauf durfte man gespannt sein. So wurden für das Konzert zwei Titel ausgewählt, die für diese Kombination auch geeignet sind.

„Dust in the Wind“ ist ein Lied der US-amerikanischen Rockband Kansas. Es wurde 1977 erstmals auf dem Album Point of Know Return veröffentlicht und 1978 als Single ausgekoppelt. Das Stück erreichte im Februar 1978 Platz 6 in den Billboard Hot 100 und war damit der erfolgreichste Hit von Kansas.

Bei dem Stück handelt es sich um eine für die Band Kansas eigentlich untypische Rockballade. Der Song wurde von Kerry Livgren – dem Gitarristen und Keyboarder der Band – geschrieben, nachdem dieser ein Buch über die Dichtkunst der amerikanischen Ureinwohner gelesen hatte. Inspiriert wurde er durch die Zeile „For all we are is dust in the wind“. Diese Zeile findet sich im Refrain des Stückes wieder. Das Thema wird im Song vielfach variiert. Das Lied besteht aus drei Strophen und wir sind froh, hier Sabrina für den Gesang gewonnen zu haben.

Irish Folk bzw. Folk Rock ist die Stilrichtung der Gruppe Clannad, welche schon seit Jahrzehnten auf der internationalen Bühne beheimatet ist. Die Texte werden auf englisch, aber größtenteils auch in irischem Dialekt gesungen und haben daher ihren besonderen klanglichen Reiz. Vielleicht noch bekannter ist ein ehemaliges Mitglied der Gruppe, welche heute als Enya Konzerte gibt. Für ihr Konzert hatten die Dirigenten das Thema aus „Harry‘s Game“ gewählt, in den frühen 80-Jahren der Titelsong einer englischen Serie, später Titel des amerikanischen Kinofilms „Die Stunde der Patrioten“. Auch hier im Zusammenspiel mit Sabrina Roth, welche auch in irischem Dialekt gesungen wurde. Tosender Beifall war die Anerkennung des Publikums für die überragende Darbietung der Sängerin und die vornehme Zurückhaltung des Orchesters.

„Variazioni in Blue“ besteht aus einer Reihe von Variationen, die auf melodischen Blueselementen beruhen. Auf die feierliche Einleitung folgen eine ornamentale Variation im klassischen Stil und eine Variation im Blues-Stil. Die anschließende, temporeiche Variation, geht in ein Andante con espressivo über, welches mit prachtigen harmonischen Wendungen besticht. Anspruchsvolle Laufpassagen im Holz und ausgefeilte Akkordik zeigten die hohe Qualität der einzelnen Orchestersätze.

„Air for Band“, eine Eigenkomposition des Komponisten Frank Erickson, ist geradezu prädestiniert zur Aufführung in der Kirche. Eine getragene, eingängige Melodie, welche durch die einzelnen Instrumentengruppen wandert, harmonisch ausgewogene Gestaltung der Begleitstimmen und letztendlich der sakrale Gesamtcharakter ließen dieses Stück zu einer Herausforderung für das Orchester werden. Nicht zuletzt deshalb, weil die Umsetzung des geforderten Ausdrucks recht schwierig ist. Hier wurden alle Orchestermitglieder gleichermaßen gefordert.

„Go Down Moses“, auch bekannt als „When Israel was in Egypt’s land“, ist ein amerikanisches Negro Spiritual, das Ereignisse des Alten Testaments der Bibel beschreibt.

Im Liedtext repräsentiert Israel die afrikanisch-amerikanischen Sklaven und Ägypten und der Pharao die Sklavenherren. Das Lied erschien im Jahre 1872 als Song der „Jubilee Singers“ der Fisk University zu Nashville (USA). In einem Liederbuch von 1861 wird angemerkt, dass es von Sklaven in Virginia gesungen wurde. Ein rasantes Stück, das von den Musikern trotzdem leicht und beschwingt vorgetragen wurde.

Highland Cathedral ist eine beliebte Dudelsackmelodie, die von den Deutschen Ulrich Roever und Michael Korb 1982 anlässlich von Highland Games in Deutschland komponiert wurde. Die schlichte Melodie wurde im Holz leise vorgestellt und entwickelte sich durch immer dichter werdende Instrumentierung zu einem fulminanten Klangbild, welches durch die Kirchenakustik sehr gut zur Geltung kam. Das Orchester schaffte es, ein breites Klangvolumen zu erzeugen und dennoch kontrolliert zu intonieren.

Mit „Let it shine“, in einem Arrangement von James Hosay, wurde der Stilrichtung Gospel Rechnung getragen. Die ruhige Einleitung mit Saxophon und Flöte geht über in ein beschwingtes, fröhliches und schließlich rasantes Thema mit wirkungsvollem Schluss. Ein markanter Schlusspunkt eines gelungenen Konzertes, das mit viel Beifall aufgenommen wurde und mit zwei geforderten Zugaben seinen Abschluss fand.