Frühjahrskonzert 2019

Mitreißendes Frühjahrskonzert des Musikvereins

In Bestform präsentierte sich das Orchester des Musikvereins Mackenbach am vergangenen Sonntag bei seinem traditionellen Frühjahrskonzert in der Mackenbacher Kirche.
Mit der Auftragskomposition „Canzone Antica“, des amerikanischen Komponisten Stephen Bulla leitete das Blasorchester des Musikvereins Mackenbach ein ansprechendes und vielseitiges Konzert ein. So wurde das musikalische Thema quer durch alle Register geführt, stilistisch bearbeitet und harmonisch vielschichtig aufbereitet.
Die Bürgerrechtsbewegung der sechziger Jahre in den USA nahm sich James Hosay als Thema für eine orchestrale Umsetzung. Geheimnisvoll und unheildrohend begann das Orchester das Werk, um fließend in einen aufmarschähnlichen Charakter zu fallen. Letzten Endes wurde das Ganze munter und freudig beschwingt weitergeführt; ein Gospel Rock führte schließlich zu einem musikalischen Höhepunkt.
Der im Januar verstorbene Komponist, Pianist und Sänger Michel Legrand konnte auf ein enormes Schaffenswerk zurückblicken. So hatte er mit dem Stück „How do you keep the music playing“ eine Ballade geschaffen, an der sich neben Patty Smith, John Ingram und Barbra Streisand eine Vielzahl von Sängerinnen und Sänger versucht haben. Was liegt also näher, dieses wunderbare Stück ebenfalls mit Gesang darzubringen? Nun, wiederum war als Gast Sabrina Roth eingeladen. Bereits im letzten Jahr setzte sie bei beiden Hauptkonzerten Glanzpunkte, und auch dieses Mal wurden die Zuhörer mit einer gelungenen Gesangsleistung belohnt. Sehr deutlich konnte auch ein zunehmend routinierteres Zusammenspiel zwischen Orchester und Gesang verzeichnet werden, welches sicher auch für die Zukunft weitere gemeinsame Projekte verheißt. Die gefühlvolle, charakteristische Stimme von Sabrina Roth führte und ergänzte gleichzeitig den Orchesterklang.
Ungewöhnliches folgte dann. So zeigte das Blasorchester bei „Kumbayah Variations“ eine große Bandbreite musikalischer Vielseitigkeit, indem es ein traditionelles Gospelstück quer durch alle Stilrichtungen trieb. Ob Wiener Walzer, Tarantella, Swing oder Rock, in allen Bereichen konnte das Orchester überzeugen. Hörenswert die Klarinettenkadenz von Mark Scheer.
Dann war auch Zeit für Solisten. Sahra Eckhardt und Mark Bartovick zeigten, dass das in vielen Orchesterproben praktizierte Zusammenspiel auch bei räumlicher Trennung eine Einheit bildete. So konnten beide bei dem Stück „Polka Dots and Moonbeams“, gespielt mit Flügelhörnern von beiden Seiten der Kirche, musikalisch überzeugen. Der weiche Ton dieses Instruments passte genau zum Stück; das Orchester wusste hierbei die Solisten äußerst behutsam zu unterstützen.
Als weiteres Highlight konnte Sabrina Roth mit dem Titelsong aus dem Kinofilm Avatar das Publikum musikalisch in den Bann ziehen. Vom Schweregrad her ein anspruchsvolles und nicht zu unterschätzendes Stück, das jedoch mit großer Leichtigkeit von Gesang und Orchester dargebracht wurde. Auch hier gelang eine ansprechende Umsetzung. Die breit angelegte Begleitung durch das Orchester erfolgte recht dezent, sicher keine einfache Sache aufgrund der hallintensiveren Räumlichkeit. Die Gesangsstimme konnte sich hier deutlich hervorheben.
Gefordert wurde das Orchester beim technisch anspruchsvollem Musical „Phantom der Oper“. Gespickt mit Tempo- ,Takt- und Tonartwechseln meisterten die Musiker den Spagat zwischen einerseits ruhigen, getragenen Passagen und andererseits von Rhythmik geprägten harten Staccatomotiven.
Als Kontrast folgte der Titelsong aus „Herr der Ringe“. Untermalt von breiten Begleitharmonien vom tiefen Blech, glänzte Sahra Eckhardt beim Trompetensolo mit dezent strahlendem und weichem Ton.
Mit ausgewählten Songs von Eric Clapton bot das Orchester ein abwechslungsreiches Medley, bei dem die Melodien durch die verschiedenen Instrumentengruppen wanderten. Feine Melodielinien mit dezenter Akkordik, pathetische Passagen und schnelle Rhythmen mit groovenden Basslinien brachten die Klangfülle des Orchesters zur Geltung.
Die Zuhörer zum „Schwingen“ brachten die Musiker beim Swingstück „Pilgrims’ Swing“. Solistische Parts für Klarinette und Trompete verbunden mit im Pizzicato vorgetragenen walking Bass trafen den typischen Swing-Stil perfekt.
Mitreißende Melodien der „Les Humphries Singers“, fetzig vorgetragen von einem beweglichen und frischen Orchester, unterstützt von treibenden Schlagzeugrhythmen und Breaks, belohnte das Publikum mit viel Applaus.
Mit der obligatorischen Zugabe „Dona nobis pacem“, herausragend wieder die Solisten Sahra Eckhardt und Thomas Scheer an der Trompete, beendete der Musikverein sein diesjähriges Frühjahrskonzert.
Lang anhaltender Beifall bewies, dass die beiden Dirigenten Thomas Eckhardt und Thomas Scheer wieder eine Konzertauswahl getroffen hatten, gekonnt moderiert von Bernadett Leister und Jenni Rößler, die das Publikum begeisterte.